20. März 2015:

Diskussion um das Thema „Entfesselte Gewalt – Ist die Friedensethik am Ende?“ Das Gespräch beginnt um 20 Uhr im Konstanzer Konzil mit Dr. Norbert Röttgen, Renke Brahms, & Dr. Michael Lüders.

Pressemitteilung

10. Konstanzer Konzilgespräch

Unter dem Titel „Entfesselte Gewalt – Ist die Friedensethik am Ende?“
diskutieren am 20. März 2015 Dr. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags; Renke Brahms, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); Dr. Michael Lüders, Politik- und Islamwissenschaftler.

Michael-Lüders

Michael Lüders

Norbert-Röttgen

Norbert Röttgen

Renke-Brahms

Renke Brahms

Das Gespräch unter der Leitung von Ursula Nusser, SWR2, beginnt um 20 Uhr im Konzil. Eine Aufzeichnung wird am Montag, 23. März, von 17.05 bis 17.50 Uhr im Hörfunk in der Reihe SWR2 Forum gesendet.

Ukraine-Krise, IS-Terror, Krieg in Syrien, Kämpfe und Anschläge in der arabischen Welt. Europa ist von Gewalt umzingelt. „Wir erleben eine Gleichzeitigkeit von internationalen Krisen, wie es sie seit dem Mauerfall nicht gegeben hat“, sagt Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags. „Unsere Sicherheit ist unmittelbar bedroht“.

 

Und was tut Deutschland? Die Bevölkerung lehnt ein stärkeres weltpolitisches Engagement noch immer mehrheitlich ab. Gegen militärische Einsätze sind sogar mehr als zwei Drittel der Deutschen. Führende Politiker und der Bundespräsident schlagen inzwischen aber andere Töne an. Deutschland müsse „mehr Verantwortung“ übernehmen. „Manchmal kann auch der Einsatz von Soldaten erforderlich sein“, so Joachim Gauck bei der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr. „Ich muss wohl sehen, dass es bei uns – neben aufrichtigen Pazifisten – jene gibt, die Deutschlands historische Schuld benutzen, um dahinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken.“

Ist es an der Zeit, Ideale und Interessen neu zu justieren?
Die Worte des früheren Pastors Joachim Gauck haben auch in der Evangelischen Kirche Diskussionen ausgelöst. Am deutlichsten widersprach die „Luther-Botschafterin“ der EKD, Margot Käßmann: „Krieg kann nicht gerecht sein. Im Zeitalter von Drohnen und Massenvernichtungswaffen kann niemand mehr Krieg als ein Werkzeug Gottes sehen“. Aufgabe der Religion sei es, zum Frieden zu rufen.

konstanzer konzilgespräche thema gewalt

Renke Brahms, der Friedensbeauftragte der EKD, lehnt die deutschen Waffenlieferungen an die Kurden im Norden Iraks ab: „Gewalt mit Gewalt bekämpfen, kann nicht die Lösung solcher Konflikte sein.“ Erschreckend sei, „dass die Situation auch dadurch entstanden ist, dass der Irak-Krieg unter erlogenen Gründen von einer ‚Koalition der Willigen‘ begonnen und durchgeführt wurde.“ Die langfristigen Folgen dieser Intervention seien nun zu sehen.

Aber können Christen zuschauen, wenn Menschen bombardiert, abgeschlachtet und terrorisiert werden? Auf welcher ethischen Grundlage lässt sich prüfen, ob die Anwendung militärischer Gewalt im Notfall zu verantworten ist? Ist es möglich, mit militärischen Mitteln Frieden zu schaffen?

Die Erfahrungen der letzten Jahre sind ernüchternd. „Die Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen haben vor allem eines bewirkt, sie haben neue Probleme geschaffen“, sagt der Islamwissenschaftler Michael Lüders.
Warum gelingt es der Politik nicht, Konflikte im Anfangsstadium zu erkennen und zu entschärfen? Wie lässt sich das ethische Dilemma lösen, in dem sich der Westen angesichts von Gewaltexzessen und Kriegen befindet?

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17. Februar 2015

Bildnachweise:

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Dr. Michael Lüders
Fotograf: Arno Burgi
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