Herzlich willkommen!
Gemeinschaft entsteht da, wo Menschen sich treffen. Als Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen setzen wir uns in Konstanz schon seit 1981 dafür ein, dass sich Christen verschiedener christlicher Glaubensrichtungen auf Augenhöhe begegnen und miteinander austauschen. Dabei freuen wir uns, dass sich acht Kirchengemeinden aktiv an der gelebten Ökumene beteiligen und unsere Arbeitsgemeinschaft engagiert unterstützen. Alle Christen sind herzlich eingeladen unsere Angebote zu nutzen.
Ihr
ACK-Vorstand
Buchempfehlung
Wir machen Sie, liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website, auf eine bedeutende Neuerscheinung aufmerksam, die in besonderer Weise in unsere Zeit spricht und die ökumenische Friedensarbeit bereichert:
Joris Vercammen: An den Frieden glauben – Überlegungen zu Glaube, Gewalt und Frieden
Herausgegeben von Prof. em. Dr. Franz Segbers
Der emeritierte alt-katholische Erzbischof von Utrecht, Dr. Joris Vercammen legt in diesem Buch eine theologisch fundierte und zugleich spirituell, aus dem persönlichen Glauben bewegende Reflexion über die Herausforderungen unserer Zeit vor. Angesichts von Krieg, Gewalt, Flucht und gesellschaftlichen Spannungen fragt er, wie christlicher Glaube Orientierung geben kann, ohne sich in einfachen Antworten zu verlieren.
Das Werk lädt dazu ein, Frieden nicht nur als weltpolitische Aufgabe zu begreifen, sondern als eine Haltung, die im eigenen Herzen beginnt – im respektvollen Umgang miteinander, im Dialog und in der Bereitschaft zur Versöhnung.
Für die ökumenische Gemeinschaft der ACK ist dieses Buch ein wertvoller Impulsgeber. Es öffnet Räume für das Gespräch zwischen den Kirchen und ermutigt dazu, gemeinsam Zeugnis für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit abzulegen.
Wir empfehlen die Lektüre allen, die sich in Kirche, Theologie, Sozialethik und Friedensarbeit engagieren – und allen, die in einer unruhigen Welt neu nach Wegen des Glaubens und des Friedens suchen.
Weitere Informationen zum Buch sowie bibliographische Angaben:
An den Frieden glauben
Redaktion „edition pace“
Joris Vercammen: An den Frieden glauben. Überlegungen zu Glaube, Gewalt und Frieden. Geleit- und Nachwort von Franz Segbers. (= edition pace, Bd. 40). Hamburg: BoD 2025. (ISBN: 978-3-6951-4253-8; Paperback; 176 Seiten; 9,99 Euro).
https://buchshop.bod.de/an-den-frieden-glauben-joris-vercammen-9783695142538
Das privilegierte deutsche Kirchentum dieser Tage tritt öffentlich vor allem mit staatstragenden und militärfreundlichen Voten in Erscheinung. Derweil vermeldet die Redaktion der Reihe „edition pace“ mit Dankbarkeit, dass soeben die Übersetzung des niederländischen Werkes „Geloof in vrede“ erschienen ist. Sie erschließt einen bemerkenswerten Beitrag zu kirchlichen Friedensdiskursen auch für die deutschsprachige Leserschaft. „In diesem Buch entfaltet der alt-katholische Erzbischof em. Joris Vercammen von Utrecht einen Ansatz, der an die Wurzel von Unfrieden und Gewalt geht.“ (Franz Segbers)
Wie bewahren wir die Perspektive des Friedens in Zeiten des Krieges? Der Traum vom Frieden darf nicht im Meer der Gewaltnachrichten untergehen. Kirchen und Christen müssen sich Gehör verschaffen. Doch wie ist das möglich? Sie müssen ihre Friedensmission aktiv aufnehmen. Umso mehr, als gerade die Religion – wenn auch nicht nur die christliche – in manchen Konflikten eine fragwürdige Rolle zu spielen scheint. Sollte nicht die Religion selbst entwaffnet werden? Aber wie funktioniert das? Und welche Rolle spielen die Gläubigen und ihre Gemeinden?
Wie in einem pastoralen Gespräch werden all diese Fragen in dem hier vorgelegten Buch behandelt. Erkenntnisse aus der Anthropologie, Philosophie und Theologie ermöglichen einen kritischen Blick. Quellen der Inspiration inmitten einer komplexen politischen Realität sind sowohl die Kirchenväter der ersten Jahrhunderte als auch Menschen, die sich im 20. Jahrhundert für den Frieden eingesetzt haben, wie der Lutheraner und UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, der Trappistenmönch Thomas Merton und der Hindu Mahatma Gandhi. Frieden ist eine spirituelle Angelegenheit. Gläubige und Nichtgläubige können in diesem Buch Wegweisung hin zum Frieden finden.
Die sechszehn Kapitel des Buches | 1. Waffenklirren – 2.Notfallausrüstungen – 3. Sehnsucht nach Frieden – 4. Religion und Gewalt – 5. Religionskriege – 6. Ist Krieg zu rechtfertigen? – 7. Pazifismus in der Alten Kirche – 8. Was ist Friede? – 9. Friede als Auftrag – 10. Baumeister des Friedens: Dag Hammarskjöld – 11. Entwaffnung der Religion – 12. Entwaffnende Transzendenz – 13. In Gott gibt es keine Gewalt – 14. Befreit von Gewalt: Thomas Merton – 15. Gibt es noch Hoffnung? – 16. Menschen des Friedens.
Bestellungen im Buchhandel oder unter:
https://buchshop.bod.de/an-den-frieden-glauben-joris-vercammen-9783695142538);
Digitalversion: https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015525.html
Der Autor | Joris Vercammen (geb. 1952) studierte Erziehungswissenschaften an der Katholischen Universität Löwen und Theologie am Theologischen und Pastoralen Zentrum in Antwerpen sowie an der Katholischen Universität Löwen, Institut Lumen Vitae, in Brüssel. 1997 promovierte er in Praktischer Theologie an der Katholisch-Theologischen Universität in Utrecht. 1979 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete zunächst in der Jugendseelsorge der römisch-katholischen Diözese Antwerpen. Im Jahr 1988 wechselte er in die altkatholische Erzdiözese Utrecht, wo er sowohl in der Grundseelsorge, in der Begleitung von Gemeinden als auch in der theologischen Ausbildung (Praktische Theologie und Ekklesiologie) tätig war. Im Jahr 2000 wurde er zum 83. Erzbischof von Utrecht gewählt, ein Amt, das er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2020 innehatte. Von 2006 bis 2022 war er Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen. Zu seinen früheren Veröffentlichungen gehören u.a.: „Oud- en Nieuw-Katholiek. De spirituele zoektocht van die andere katholieken“ (2012) und „Om de Menswording. Praktische-theologische bijdragen aan het oud-katholieke denken over de kerk“ (2022).
Der Herausgeber | Franz Segbers (geb. 1949), Dr. theol., em. Prof. für Sozialethik am Fachbereich evangelische Theologie, Universität Marburg, alt-katholischer Theologe.
Digital können Sie das Buch vollständig herunterladen unter dem obigen Link.
Gerade jetzt in der Adventszeit sind wir eingeladen, innezuhalten und in unserem Innersten zu schauen, wie wir den Frieden in uns selbst gestalten können. Frieden beginnt nicht erst im Großen, in Politik oder Gesellschaft, sondern in der Haltung unseres eigenen Herzens: im Zuhören, im Wahrnehmen des anderen, im geduldigen Umgang miteinander und in der Bereitschaft zur Versöhnung.
Unter InfoBox News & Presse finden Sie in einem Archiv alle Hausgebete in Zeiten der Coronavirus-Pandemie
Friedensgebet für die Ukraine
Gott, mit Sorge schauen wir in die Ukraine und nach Russland.
Wir bitten dich für alle, die in die politischen und diplomatischen Verhandlungen involviert sind.
Wir bitten dich um Weisheit und Geduld und den unbeirrbaren Willen zum Frieden. Wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Osteuropa:
Wo Härte und militärische Stärke vorherrschen, schaffe du, Gott, dir Raum mit deiner Sanftheit und Güte und der Liebe zum Kleinen und Schwachen.
Wo Angst und Misstrauen sind, schaffe dir Raum mit deiner Großzügigkeit, mit der Hoffnung und dem Vertrauen.
Wo vergangene Ereignisse und Entfremdung Wunden geschlagen haben, da schaffe dir Raum mit deinem heilsamen Geist der Versöhnung. Schaffe dir Raum, Gott, und deinem Shalom, deinem Frieden, der alle Menschen sieht und allen gilt. Amen.
Text: ekir/APK
Stichwort ACK
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) repräsentiert etwa 50 Millionen Christinnen und Christen in Deutschland, ihr gehören 18 Kirchen an, weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen, sie richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung (in der Regel am ersten Freitag im September) aus, und auch die Vergabe des Ökumenepreises der ACK liegt in ihren Händen. Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die Mitgliederversammlung, die zweimal im Jahr zusammenkommt. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. www.oekumene-ack.de
Ökumenisches Friedensgebet 2026
Wir setzen die Tradition des monatlichen Friedensgebets in Zusammenarbeit mit der Citypastoral auch im Jahr 2026 fort.
Das ökumenische Friedensgebet findet wieder an jedem dritten Freitag, um 18:30 Uhr in der Kirche St. Gebhard, Taizé-Kapelle, St.-Gebhard-Platz 12, statt.
„Suche den Frieden und jage ihm nach.“ (Ps 34,15)
Wir laden die Gemeinden herzlich ein, ihre Gemeindemitglieder über Aushänge und Gemeindebriefe zum monatlichen Friedensgebet einzuladen.
In einer Welt, die von Unruhe, Gewalt und Krieg erschüttert wird, halten wir am gemeinsamen Gebet fest. Das Friedensgebet ist ein geistlicher Ort der Hoffnung, der Umkehr und der Verantwortung – für den Frieden unter den Menschen und für die Bewahrung der Schöpfung.
Krieg gebiert neuen Krieg. Gewalt ruft Gegengewalt hervor. Am Ende stehen keine Sieger, sondern Verletzte, Trauernde und Verlierer – meist die Schwächsten unserer Gesellschaft. Als Christinnen und Christen vertrauen wir darauf, dass Gottes Geist stärker ist als Hass und Zerstörung.
Im Gebet legen wir Gott die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft ans Herz. Wir bitten um Weisheit, um die Bereitschaft zum Zuhören, um den Mut zum Dialog und um Wege zu Verständigung und Konsens.
So wird unser Gebet zu einem leisen, aber beharrlichen Zeugnis: für Frieden, für Gerechtigkeit und für die Hoffnung, dass Gott diese Welt nicht aufgegeben hat – und wir es auch nicht tun.
Guter Gott,
stärke in uns die Sehnsucht nach Frieden.
Öffne die Herzen der Verantwortlichen zum Dialog
und bewahre die Schwachen vor Gewalt und Leid.
Lass uns selbst zu Werkzeugen deines Friedens werden.
Amen.
Alle Kirchengemeinden der ACK sind eingeladen, sich aktiv am Friedensgebet zu beteiligen; Meldungen nimmt der Vorstand gern entgegen
(post@ack-konstanz.de).
Liebe Christinnen und Christen,
Wir wünschen Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest in Ihren Familien und Gemeinden sowie ein gutes, von Gott behütetes Neues Jahr 2026.
Möge das kommende Jahr von Frieden, Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung geprägt sein. Mögen wir die sozialen Kontakte bewusst pflegen, einander offen und herzlich begegnen und aufmerksam bleiben – für uns selbst, für unsere Mitmenschen und für die Schöpfung, die uns anvertraut ist und die wir für kommende Generationen bewahren sollen.
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
(Offenbarung 21,5)
Möge diese Verheißung uns durch das neue Jahr begleiten und unser Denken und Handeln in Liebe, Verantwortung und Hoffnung prägen.
Jahreslosung 2026
Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen
Auslegung von Renate Karnstein zum Bahlinger-Motiv:
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21,5
Wie kommt diese Aussage bei Ihnen an?
In meinem Leben gibt es Zeiten, da klammere ich mich an Gottes Versprechen, dass mit Ihm alles anders werden kann, auch da, wo ich keinen Ausweg sehe. Wenn sich mein Leben wunderbar anfühlt, leide ich daran, dass alles seine Zeit hat und ich das Wesentliche nicht im Griff habe.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Im letzten Buch der Bibel lässt uns Johannes an seiner prophetischen Schau teilhaben, die ihm auf der Insel Patmos offenbart wurde. Dorthin war er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus von der römischen Staatsmacht verbannt worden. Johannes schrieb „die Offenbarung“ an die sieben kleinasiatischen Gemeinden. Auch in der Provinz Asia wurde der Kaiserkult eingeführt und durchgesetzt. Der Kaiser nahm göttliche Verehrung für sich in Anspruch, die in dem Ruf gipfelte: „Der Kaiser ist Gott!“
So ist die Offenbarung des Johannes zum einen ein mutiges und strahlendes Bekenntnis zu Jesus Christus, zum anderen ein warnendes und zugleich seelsorgliches Schreiben an die verunsicherten Gemeinden. Johannes grüßt die Gemeinden zu Beginn mit den Worten:
„Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. (…) Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ (Offenbarung 1, 4 und 8) Was für ein kraftvoller Auftakt!
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Es ist heute schwieriger denn je zu ergründen, wer was wirklich gesagt hat. Und dann in einem nächsten Schritt: Halte ich die Person für glaubwürdig? Entsprechend: halte ich ihre Worte für glaubwürdig oder eben nicht?
Ich bin und Ich werde sein! ist der umfassende Name Gottes. Dagegen können alle Umschreibungen und Vergleiche nichts ausrichten. Jesus schließt mit seinen „Ich– bin-Worten“ daran an, wenn wir im Johannesevangelium lesen: Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin die Tür zum Vater. Ich bin der gute Hirte. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. – Ich bin!
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Diese gewaltige Ansage im vorletzten Kapitel der Offenbarung lenkt den Blick der bedrängten Gemeinden auf Gott, dessen Worte lebendig und voller Schöpferkraft sind. Seit Anbeginn der Welt. Die ersten Verse der Bibel berichten: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (…) Und Gott sprach: Es werde… und es ward (…) Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 1u. 3 u. 31)
Diesen Bogen vom Anbeginn der Schöpfung bis zur von Gott verheißenen Neuschöpfung spannt auch die Künstlerin Stefanie Bahlinger in ihrer Grafik. Ganz konkret mit dem Regenbogen, der zuerst ins Auge fällt. Seit Anbeginn der Schöpfung, angedeutet durch die dunkle Fläche links im Bild, verloren die Menschen Gott immer wieder aus dem Blick. Das hindert Gott nicht, an seinem Bund, seinem Versprechen: „Ich bin da“, festzuhalten. Bis heute schreibt Gott seine Geschichte mit den Menschen weiter, auch wenn diese sie mit düsteren Kapiteln von Streit, Unrecht und Zerstörung füllen. Im unteren Bereich wird das Rot des Regenbogens zu Blutstropfen. Sie können stellvertretend für alles Leid stehen. In den Regenbogen fügt sich ein goldenes Kreuz. Es steht für Jesu Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung. Und damit für d i e Zeitenwende, symbolisiert durch den leuchtenden Stern am Ende des Querbalkens des Kreuzes. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Mit dem Kreuz und der Hoffnung auf die Auferstehung steht und fällt Gottes Versprechen:
Siehe, ich mache alles neu!
Die Bibel erklärt nicht, wie das geschieht – weder bei der Schöpfung noch bei der Neuschöpfung. Es geschieht! Weil Gott spricht.
Schon im Hier und Jetzt. Auch in mein Leben hinein. Nehme ich das wahr? Glaube ich daran? Es gibt Zeiten, da sind Gottes Worte für mich so unklar und verschwommen wie die Zeilen im mittleren Bereich der Grafik. Oft kann ich nicht erkennen, wo und wie Gott handelt, und frage mich, wer auf unserer Erde das Sagen hat und in wessen Händen die Macht liegt. Zweifel keimen auf: Was und an wen glaube ich angesichts vieler anderer Erklärungsmöglichkeiten für das, was um mich, in der Welt und in der Kirche geschieht? Mein Glaube an Gott, an sein lebendiges Wort und sein Eingreifen gerät immer wieder ins Wanken, wie auch in den Gemeinden, an die Johannes sein Schreiben gerichtet hat.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Das übertrifft meine Vorstellungskraft. Weil sie an Raum und Zeit gebunden ist und ich die Dimension Ewigkeit nur ahnen kann. Und doch gibt es immer wieder Berührungen zwischen „Himmel und Erde“. An vielen Stellen der Bibel taucht „Siehe!“ auf: Schau genau hin! Hier passiert etwas, was sonst deiner oberflächlichen Wahrnehmung verborgen bleibt. Du kannst Gottes alles verändernde Kraft, „das Neue“, in dieser oft angefochtenen „Zwischenzeit“ erfahren, dargestellt durch das mittlere Feld in der Grafik. Mein Leben ist hier schon auf Ewigkeit hin angelegt, und ich bin in Gottes Augen schon jetzt eine neue Kreatur. Jesus hat am Kreuz die Kluft zwischen Gott und mir, zwischen Zeit und Ewigkeit überbrückt. Und immer wieder gibt es diese Lichtmomente, in denen ich sehe: Hier ist Gott. An meiner Seite. Gott sieht mich. Hier handelt Gott.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Es gibt viele Versuche, die Ewigkeit zu beschreiben, sie sich auszumalen. Die Künstlerin hat sie in strahlend warmes Gelb getaucht. Doch wie das „Alles neu“ sein wird, ist uns noch verborgen. Johannes beschreibt es so: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21, 4)
Gottes Versprechen: „Siehe, ich mache alles neu!“ weitet meinen Blick und ermutigt mich, heute zuversichtlich zu leben. Es entlässt mich nicht aus der Verantwortung für mein Leben und die Welt. Aber es befreit mich von dem Druck, alles selbst perfekt machen zu müssen oder zu können. Und es hilft mir, dass ich der Angst vor den Mächtigen dieser Welt und allem Unfassbaren nicht schutzlos ausgeliefert bin.
Weil das letzte Wort noch nicht gesprochen ist – das spricht Gott.
Gott, danke, dass dein Wort Lebenskraft ist.
Danke, dass du deiner Schöpfung die Treue hältst,
obwohl alles anders kam, als du es dir vielleicht gedacht hast.
Im Kleinen wie im Großen. Auch in meinem Leben.
Danke, dass du deine Welt nie aufgegeben hast.
Auch wenn ich es oft nicht sehen kann.
Nichts muss so bleiben wie es ist.
Auch nicht in meinem Leben.
Wenn du sprichst
wird Neues.
Amen.
Renate Karnstein
Motiv: Stefanie Bahlinger
Auslegungstext: Renate Karnstein
Verlag am Birnbach – Auslegung und Text von Renate Karnstein
http://www.jahreslosung.eu/

